Chris EichlerAI-first Product
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45 KI-Automationen aufsetzen


Was eine Automation hier überhaupt ist

Vergiss Flowcharts und Knoten, die du mit der Maus verbindest. Was hier passiert, ist simpler: du beschreibst eine wiederkehrende Aufgabe auf Deutsch, legst fest, wann sie laufen soll, und sagst, wo das Ergebnis landet.

Der Unterschied zu einem normalen Chat ist nur die Wiederholung. Einen Wettbewerbsbericht kannst du dir jede Woche neu zusammenklicken. Oder du schreibst einmal auf, wie er aussehen soll, und liest ihn ab dann montags.

Was du brauchst

Vier Dinge, mehr nicht:

  • Claude macht die eigentliche Arbeit
  • Cowork ist der Desktop-Teil, über den Aufgaben zeitgesteuert laufen und auf deine Dateien zugreifen können
  • MCP-Server sind die Verbindungen zu deinen anderen Apps, etwa zu Kalender, Ablage oder Datenbank
  • Claude Projects ist der Ort, an dem deine Vorlagen und Stilregeln liegen

Kein Abo-Stapel, keine Zapier-Kette, keine Zeile Code.

Schritt 1: Ein Projekt als Zuhause anlegen

Leg für jeden Bereich ein eigenes Projekt an, nicht für jede einzelne Automation. Bei mir sind das eine Handvoll: Content, Kunden, Recherche, Ablage.

In die Projektanweisung kommt alles, was Claude über dich wissen muss, damit du es nie wieder in einen Prompt tippst: wie du schreibst, welche Formate du nutzt, wie deine Dateien heißen, was du nie sehen willst.

Dein erster Step: ein Projekt anlegen und drei Sätze über deinen Schreibstil hineinschreiben. Mehr nicht.

Schritt 2: Die Aufgabe in vier Teilen beschreiben

Das ist der Kern. Jede der 45 Automationen besteht aus denselben vier Teilen. Wenn einer davon fehlt, wird das Ergebnis unbrauchbar.

  1. Auslöser. Wann soll das laufen? Jeden Morgen um sieben, jeden Freitag, oder immer dann, wenn du etwas ablegst.
  2. Quelle. Woraus soll Claude arbeiten? Dein Posteingang, ein Ordner, eine Tabelle, eine Webseite.
  3. Aufgabe. Was genau soll passieren? Nicht "fasse zusammen", sondern "zieh die Entscheidungen raus, dazu offene Fragen und wer was bis wann macht".
  4. Ablage. Wo landet das Ergebnis? Eine Datei, ein Ordner, ein Entwurf in deinem Mailprogramm.

Ein Beispiel für den Branchen-Digest aus der Liste:

Auslöser: täglich um 6 Uhr
Quelle:   die zwölf Seiten aus meiner Leseliste
Aufgabe:  filtere nach Relevanz für KI im Marketing,
          fasse auf fünf Stichpunkte zusammen,
          keine Meldung älter als 24 Stunden
Ablage:   neue Datei in meinem Recherche-Ordner, Datum im Dateinamen

Das ist die ganze Automation. Kein Code, keine Konfiguration.

Schritt 3: Einmal von Hand laufen lassen

Der Schritt, den fast alle überspringen. Bevor du irgendetwas auf einen Zeitplan legst, lässt du die Aufgabe einmal manuell laufen und schaust dir das Ergebnis an.

Meistens ist beim ersten Mal die Aufgabe zu vage. Du bekommst eine brave Zusammenfassung statt der Entscheidungen, die du wolltest. Dann schärfst du Teil 3 nach und lässt es nochmal laufen. Zwei bis drei Runden sind normal.

Erst wenn das Ergebnis so aussieht, dass du es ungelesen weiterverwenden würdest, ist die Automation fertig.

Schritt 4: Auf einen Zeitplan legen

Jetzt hängst du den Auslöser dran. Täglich, wöchentlich, monatlich, je nachdem, wie oft die Aufgabe wirklich anfällt.

Zwei Regeln, die ich mir angewöhnt habe:

  • Lieber seltener als zu oft. Ein Wettbewerbsbericht, der täglich kommt, wird nach vier Tagen ignoriert. Wöchentlich liest du ihn.
  • Leg die Zeit vor deinen Arbeitsbeginn. Das Ergebnis soll da sein, wenn du dich hinsetzt, nicht mitten in deinem Fokus aufpoppen.

Schritt 5: Die nächste dazu

Ab hier wird es schnell. Die zweite Automation kostet dich zehn Minuten, weil das Muster steht und das Projekt deinen Stil schon kennt.

Fang bei der Aufgabe an, die dich diese Woche am meisten genervt hat. Nicht bei der, die technisch am spannendsten klingt.

Typische Fehler

  • Die Aufgabe ist zu vage. "Schreib mir eine Zusammenfassung" liefert Watte. Sag, welche vier Dinge drin stehen sollen.
  • Kein fester Ablageort. Wenn das Ergebnis im Chat bleibt, ist es keine Automation, sondern eine Unterhaltung, die du vergisst.
  • Alles auf einmal. Wer am ersten Wochenende zwanzig Automationen anlegt, hat am Montag zwanzig Ergebnisse, die keiner prüft. Fang mit drei an.
  • Nie wieder reinschauen. Quellen ändern sich, Ordner werden umbenannt. Einmal im Monat drüberschauen kostet zehn Minuten.
  • Ungeprüft rausschicken lassen. Alles, was nach außen geht, also Mails, Angebote, Antworten, bleibt ein Entwurf. Der letzte Klick gehört dir.

Next Steps

Nimm drei Automationen aus der Liste, die zu deiner Woche passen. Bau sie nach dem Vierteiler aus Schritt 2. Lass sie eine Woche laufen und wirf raus, was du nicht liest.

Was übrig bleibt, ist deine echte Liste. Die ist am Ende kürzer als 45 und dafür in Benutzung.

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