Vergiss Flowcharts und Knoten, die du mit der Maus verbindest. Was hier passiert, ist simpler: du beschreibst eine wiederkehrende Aufgabe auf Deutsch, legst fest, wann sie laufen soll, und sagst, wo das Ergebnis landet.
Der Unterschied zu einem normalen Chat ist nur die Wiederholung. Einen Wettbewerbsbericht kannst du dir jede Woche neu zusammenklicken. Oder du schreibst einmal auf, wie er aussehen soll, und liest ihn ab dann montags.
Vier Dinge, mehr nicht:
Kein Abo-Stapel, keine Zapier-Kette, keine Zeile Code.
Leg für jeden Bereich ein eigenes Projekt an, nicht für jede einzelne Automation. Bei mir sind das eine Handvoll: Content, Kunden, Recherche, Ablage.
In die Projektanweisung kommt alles, was Claude über dich wissen muss, damit du es nie wieder in einen Prompt tippst: wie du schreibst, welche Formate du nutzt, wie deine Dateien heißen, was du nie sehen willst.
Dein erster Step: ein Projekt anlegen und drei Sätze über deinen Schreibstil hineinschreiben. Mehr nicht.
Das ist der Kern. Jede der 45 Automationen besteht aus denselben vier Teilen. Wenn einer davon fehlt, wird das Ergebnis unbrauchbar.
Ein Beispiel für den Branchen-Digest aus der Liste:
Auslöser: täglich um 6 Uhr
Quelle: die zwölf Seiten aus meiner Leseliste
Aufgabe: filtere nach Relevanz für KI im Marketing,
fasse auf fünf Stichpunkte zusammen,
keine Meldung älter als 24 Stunden
Ablage: neue Datei in meinem Recherche-Ordner, Datum im Dateinamen
Das ist die ganze Automation. Kein Code, keine Konfiguration.
Der Schritt, den fast alle überspringen. Bevor du irgendetwas auf einen Zeitplan legst, lässt du die Aufgabe einmal manuell laufen und schaust dir das Ergebnis an.
Meistens ist beim ersten Mal die Aufgabe zu vage. Du bekommst eine brave Zusammenfassung statt der Entscheidungen, die du wolltest. Dann schärfst du Teil 3 nach und lässt es nochmal laufen. Zwei bis drei Runden sind normal.
Erst wenn das Ergebnis so aussieht, dass du es ungelesen weiterverwenden würdest, ist die Automation fertig.
Jetzt hängst du den Auslöser dran. Täglich, wöchentlich, monatlich, je nachdem, wie oft die Aufgabe wirklich anfällt.
Zwei Regeln, die ich mir angewöhnt habe:
Ab hier wird es schnell. Die zweite Automation kostet dich zehn Minuten, weil das Muster steht und das Projekt deinen Stil schon kennt.
Fang bei der Aufgabe an, die dich diese Woche am meisten genervt hat. Nicht bei der, die technisch am spannendsten klingt.
Nimm drei Automationen aus der Liste, die zu deiner Woche passen. Bau sie nach dem Vierteiler aus Schritt 2. Lass sie eine Woche laufen und wirf raus, was du nicht liest.
Was übrig bleibt, ist deine echte Liste. Die ist am Ende kürzer als 45 und dafür in Benutzung.
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