Ein Skill ist ein Systemprompt, der lernfähig und erweiterbar ist. Ein Skill besteht aus einer SKILL.md-Datei mit YAML-Frontmatter (Name und Beschreibung) und Markdown-Anweisungen. Optional können Skripte, Referenzdokumente und Assets gebündelt werden. Die Beschreibung im Frontmatter ist der wichtigste Teil, da sie bestimmt, wann Claude den Skill automatisch aktiviert. Du musst diese Datei nicht selbst schreiben — das macht Claude für dich.
Den Skillcreator startest du im Chat über diesen Befehl:
/anthropic-skills:skill-creator
Der Prozess folgt einem klaren Kreislauf:
1. Absicht festlegen — Zuerst wird geklärt: Was soll der Skill tun? Wann soll er auslösen? Welches Ausgabeformat wird erwartet? Brauchen wir Testfälle?
2. Interview & Recherche — Der Skill Creator stellt gezielte Fragen zu Edge-Cases, Eingabe-/Ausgabeformaten, Erfolgskriterien und Abhängigkeiten.
3. SKILL.md schreiben — Basierend auf den Antworten wird ein Entwurf der Skill-Datei erstellt. Wichtig: Die Beschreibung sollte bewusst etwas „großzügig" formuliert sein, damit der Skill auch in verwandten Kontexten aktiviert wird.
4. Testen — Es werden 2–3 realistische Testprompts erstellt und ausgeführt, einmal mit und einmal ohne den Skill.
5. Evaluieren — Die Ergebnisse werden in einem interaktiven Viewer präsentiert, der sowohl die qualitativen Outputs als auch quantitative Benchmarks (Pass-Rate, Tokens, Laufzeit) zeigt.
6. Verbessern & Wiederholen — Basierend auf deinem Feedback wird der Skill überarbeitet. Dabei ist es wichtig, das „Warum" hinter jeder Anweisung zu erklären, statt nur starre Regeln zu setzen.
7. Beschreibung optimieren — Zum Schluss kann die Skill-Beschreibung automatisch optimiert werden: Der Skill Creator generiert 20 Testabfragen, misst die Trigger-Genauigkeit und verbessert den Text iterativ.
Erkläre immer das „Warum" hinter Anweisungen, statt auf rigide MUST/NEVER-Regeln zu setzen. Halte die SKILL.md unter 500 Zeilen und lagere umfangreiche Inhalte in Referenzdateien aus. Generalisiere aus einzelnen Beispielen, damit der Skill breit einsetzbar bleibt.
Den Skill startest du über diesen Befehl: /competitive-analysis
Dieser Skill liefert ein vollständiges Framework für Wettbewerbsanalysen. Er deckt den gesamten Prozess ab: von der systematischen Recherche über primäre und sekundäre Quellen (Websites, Review-Portale, Analystberichte, SEO-Daten) bis hin zur strukturierten Auswertung.
Besonders nützlich sind die eingebauten Frameworks: Die Messaging Matrix vergleicht Taglines, Wertversprechen und Tonalität über mehrere Wettbewerber hinweg. Die Narrative Analysis deckt auf, welche Story-Strukturen Konkurrenten verwenden (Wer ist der „Bösewicht"? Welche Transformation wird versprochen?). Die Content Gap Analysis identifiziert Themen und Formate, die du abdeckst und deine Konkurrenz nicht, und umgekehrt.
Ein Highlight ist die Battlecard-Erstellung: strukturierte Einseiter für Vertrieb und Marketing mit ehrlichen Stärken und Schwächen der Konkurrenz, Objection Handling und taktischen „Landminen"-Fragen.
Trigger-Begriffe (lösen den Skill automatisch aus): Wettbewerbsanalyse, Battlecard, Konkurrenzvergleich, Content Gaps, Positionierung.
Den Skill startest du über diesen Befehl: /discover-brand
Dieser Skill durchsucht automatisch alle verbundenen Unternehmensplattformen nach Markenmaterialien. Er funktioniert mit Notion, Confluence, Google Drive, Box, SharePoint, Figma, Gong, Granola und Slack.
Der Ablauf ist vierphasig: Zuerst wird breit über alle Plattformen gesucht, dann werden die gefundenen Quellen kategorisiert und nach Relevanz gerankt. Anschließend werden die besten Quellen im Detail analysiert. Am Ende steht ein strukturierter Discovery Report mit allen gefundenen Markenelementen, Konflikten zwischen Quellen und offenen Fragen.
Besonders clever: Der Skill prüft vorab, welche Plattformen verbunden sind und warnt, wenn wichtige Dokumentenplattformen fehlen. Offene Fragen (z.B. widersprüchliche Style Guides aus verschiedenen Jahren) werden mit einer Empfehlung präsentiert, statt den Prozess zu blockieren.
Nach der Discovery kann direkt in die Guideline-Generierung übergeleitet werden, um aus den gefundenen Materialien ein konsistentes Brand-Voice-Dokument zu erstellen.
Trigger-Begriffe: Brand Discovery, Markenmaterialien finden, Style Guide suchen, Brand Audit, Brand Voice entdecken.
Den Skill startest du über diesen Befehl: /roadmap-management
Dieser Skill unterstützt bei der Erstellung, Priorisierung und Kommunikation von Produkt-Roadmaps. Er bietet vier Roadmap-Formate an: Now/Next/Later (das einfachste und oft effektivste Format), Quarterly Themes (für strategische Ausrichtung), OKR-Aligned (für OKR-getriebene Organisationen) und Timeline/Gantt (für Detailplanung mit Engineering).
Bei der Priorisierung stehen vier Frameworks zur Wahl: RICE Score (quantitativ und verteidigbar), MoSCoW (gut für Scope-Verhandlungen), ICE Score (schnelle Priorisierung), und die Value-vs-Effort-Matrix (visuell und teamfreundlich).
Besonders wertvoll finde ich die Abschnitte zu Dependency Mapping (Technische, Team-, externe und Wissens-Abhängigkeiten identifizieren und managen), Capacity Planning (mit der 70/20/10-Faustregel für Features, Tech Debt und Ungeplantes) und Kommunikation von Änderungen (wann und wie man Roadmap-Änderungen an Stakeholder kommuniziert, ohne Whiplash zu erzeugen).
Trigger-Begriffe: Roadmap erstellen, Features priorisieren, RICE Score, Now/Next/Later, Roadmap-Änderungen kommunizieren.
Den Skill startest du über diesen Befehl: /contract-review
Dieser Skill analysiert Verträge anhand eines organisationsinternen Verhandlungs-Playbooks. Er identifiziert Abweichungen, klassifiziert deren Schweregrad und generiert konkrete Redline-Vorschläge.
Der Review-Prozess ist methodisch aufgebaut: Zuerst wird der Vertragstyp identifiziert und die eigene Verhandlungsseite bestimmt. Dann wird der gesamte Vertrag gelesen, bevor einzelne Klauseln bewertet werden, da Klauseln sich gegenseitig beeinflussen.
Der Skill enthält detaillierte Analyse-Frameworks für die wichtigsten Klauseltypen: Haftungsbegrenzung, Freistellung, geistiges Eigentum, Datenschutz, Laufzeit und Kündigung sowie Gerichtsstand. Abweichungen werden mit einem Ampelsystem klassifiziert: GREEN (akzeptabel), YELLOW (verhandelbar), RED (Eskalation erforderlich).
Besonders praxisnah: Redline-Vorschläge werden mit konkreter Alternativformulierung, Begründung, Priorität und Fallback-Position geliefert. Die dreistufige Verhandlungsstrategie (Must-Haves, Should-Haves, Nice-to-Haves) hilft, taktisch klug zu verhandeln.
Wichtiger Hinweis: Der Skill unterstützt bei der Vertragsanalyse, ersetzt aber keine qualifizierte Rechtsberatung.
Trigger-Begriffe: Vertragsprüfung, Redline, Klauselanalyse, Contract Review, Verhandlungs-Playbook.
Den Skill startest du über diesen Befehl: /user-research
Dieser Skill unterstützt bei Planung, Durchführung und Auswertung von User-Research-Studien. Er bietet einen kompakten Überblick über die gängigsten Methoden mit Empfehlungen zu Stichprobengröße und Zeitbedarf: User Interviews (5–8 Teilnehmer, 2–4 Wochen), Usability Testing (5–8, 1–2 Wochen), Surveys (100+, 1–2 Wochen), Card Sorting (15–30, 1 Woche), Diary Studies (10–15, 2–8 Wochen) und A/B Testing.
Der strukturierte Interview-Guide teilt Sessions in fünf Phasen: Warm-up, Kontext, Deep Dive, Reaktion (auf Konzepte/Prototypen) und Wrap-up.
Für die Analyse werden vier Frameworks angeboten: Affinity Mapping (Beobachtungen thematisch gruppieren), Impact/Effort Matrix (Findings priorisieren), Journey Mapping (Nutzererlebnis visualisieren) und Jobs to be Done (verstehen, wofür Nutzer das Produkt „anheuern").
Die Standard-Deliverables umfassen Research Plan, Interview Guide, Synthesis Report und Highlight Reel mit Schlüsselzitaten.
Trigger-Begriffe: User Research Plan, Interview Guide, Usability Test, Survey Design, Research-Fragen, Nutzerforschung.
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