Chris EichlerAI-first Product
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6 Level, KI zu steuern

Prompt, Skill, Command, Hook, Agent, Loop. Sechs Begriffe, die im KI-Alltag dauernd durcheinandergehen. Dabei beschreiben sie etwas Konkretes: wie viel Arbeit du an die KI abgibst.

Level 1 macht alles von Hand. Level 6 läuft fast von selbst. Jede Stufe darüber nimmt dir einen Schritt ab, den du vorher selbst tippen oder anstoßen musstest. Das sind keine konkurrierenden Werkzeuge — du kombinierst sie. Aber wer den Unterschied kennt, hört auf, ein 6-Level-Werkzeug wie einen Taschenrechner zu bedienen.


1) Prompts — die Grundeinheit

Die normale Texteingabe an das Modell. Eine Anweisung oder Frage, die einmal verarbeitet wird. Kein Gedächtnis, kein Automatismus: Input rein, Output raus.

Beispiel: „Fasse diese drei Kundenmails in je einem Satz zusammen." Du tippst, die KI antwortet, fertig.

Wann du es nutzt: Für alles Einmalige. Eine schnelle Frage, ein Entwurf, eine Umformulierung. Wenn du eine Aufgabe nur einmal hast, ist der Prompt das richtige und einzige Werkzeug. Sobald du dieselbe Anweisung zum dritten Mal tippst, bist du im falschen Level — dann lies weiter.

2) Skills — gespeichertes Wissen

Vordefinierte Ordner mit Best Practices und Anweisungen für einen bestimmten Aufgabentyp. Die KI lädt sie automatisch, wenn der Kontext passt. Wiederverwendbares Wissen, das nicht in jeden Prompt kopiert werden muss.

Beispiel: Ein Team legt einen blogpost-Skill an: Hausformat, Tonalität, Struktur, SEO-Regeln, verbotene Phrasen. Danach reicht „schreib einen Blogpost über Thema X" — das Format wird automatisch angewendet, ohne dass es jemand erklärt. Niemand muss den Styleguide nochmal pasten.

Wann du es nutzt: Wenn es für einen Aufgabentyp einen richtigen Weg gibt, den du nicht jedes Mal neu beschreiben willst. Skills sind dein gespeicherter Standard — einmal definiert, immer dabei.

3) Commands — gespeicherte Routinen

Benutzerdefinierte Shortcuts, meist als Slash-Befehl (/command). Du definierst einmal eine Routine in einer Datei, danach rufst du sie per Kürzel auf. Wie ein gespeicherter Prompt mit fester Struktur.

Beispiel: Ein /standup, das aus dem letzten Git-Log automatisch ein Standup-Update baut. Oder ein /release-notes, das aus den Commits seit dem letzten Release saubere Notes schreibt. Statt die Anweisung jedes Mal zu tippen, reicht der Slash-Befehl.

Wann du es nutzt: Für wiederkehrende Abläufe, die du auslöst. Der Unterschied zum Skill: Ein Skill ist Wissen, das im Hintergrund greift; ein Command ist eine Aktion, die du bewusst startest.

4) Hooks — automatische Auslöser

Trigger, die bei bestimmten Ereignissen feuern, ohne dass du etwas eingibst. Zum Beispiel vor oder nach einem Tool-Aufruf. Sie laufen deterministisch im Hintergrund — kein „bitte", kein Tippen.

Beispiel: Ein Hook, der nach jedem Datei-Edit automatisch den Formatter und den Linter laufen lässt. Du speicherst, der Hook prüft und formatiert direkt danach — ohne deine Beteiligung. Oder ein Hook, der vor jedem Commit blockt, wenn ein API-Key im Code auftaucht.

Wann du es nutzt: Wenn etwas immer passieren soll, verlässlich und ohne Ausnahme. Hooks sind die Stelle, an der du Disziplin aus deinem Kopf in die Pipeline auslagerst. Was ein Hook erledigt, vergisst du nie wieder.

5) Agents — delegierte Ziele

Eigenständige Instanzen, die eine mehrstufige Aufgabe selbstständig bearbeiten, Tools nutzen und unterwegs Entscheidungen treffen. Du delegierst ein Ziel, der Agent arbeitet es ab. Deutlich mehr Autonomie als ein einzelner Prompt.

Beispiel: Ein Research-Agent bekommt ein Thema, sucht selbst nach Quellen, liest sie, gleicht Widersprüche ab und liefert ein fertiges Briefing zurück. Oder ein Pipeline-Setup, bei dem mehrere Agents zusammenarbeiten — einer recherchiert, einer schreibt, einer lektoriert — und am Ende ein fertiges Stück Content steht.

Wann du es nutzt: Wenn die Aufgabe aus mehreren Schritten besteht, du das Was kennst, aber nicht jeden einzelnen Schritt vorgeben willst. Du gibst das Ziel und den Rahmen, nicht die Klickanleitung.

6) Loops — das Iterationsprinzip

Wiederholte Durchläufe: Die KI bearbeitet eine Aufgabe, prüft das Ergebnis, bessert nach — bis ein Ziel erreicht ist. Handeln, beobachten, korrigieren, wiederholen. Das ist die Mechanik, die Agents überhaupt erst nützlich macht.

Beispiel: Eine Aufgabe mit klarem Erfolgskriterium — etwa „alle Tests müssen grün sein". Die KI schreibt Code, lässt die Tests laufen, sieht einen Fehler, korrigiert, lässt erneut laufen. Diese Schleife dreht sich so lange, bis das Kriterium erfüllt ist. Kein Mensch klickt zwischen den Runden.

Wann du es nutzt: Wenn du ein messbares Ziel hast und der Weg dorthin Versuch und Irrtum braucht. Der Loop ersetzt das „prüf mal und mach nochmal", das du sonst von Hand anstößt. Wichtig: Er braucht ein klares Abbruchkriterium — sonst dreht er sich ohne Ende.

Die Landkarte

LevelWas es istWer löst ausDu gibst ab …
1 — PromptEinzelne EingabeDu, manuellnichts — du machst alles
2 — SkillGespeichertes WissenKI, kontextabhängigdas Wiederholen von Standards
3 — CommandGespeicherte RoutineDu, per Kürzeldas Tippen fester Abläufe
4 — HookAutomatischer TriggerEreignis, deterministischdas Daran-Denken
5 — AgentDelegiertes ZielDu, dann autonomdie einzelnen Schritte
6 — LoopIteration bis zum ZielKI, selbstkorrigierenddas Prüfen und Nachbessern

Kurz gedacht: Ein Prompt ist die Grundeinheit. Skills und Commands sind gespeicherte, wiederverwendbare Bausteine — das eine als Wissen, das andere als Aktion. Hooks automatisieren Auslöser. Agents delegieren ganze Ziele. Loops sind das Prinzip, das Agents zuverlässig macht.

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