Chris EichlerAI-first Product
& Marketing

Mit KI Geld verdienen


1. Personal Brand aufbauen

Über KI reden, Brand Deals & Sponsorships annehmen.

Der einfachste Einstieg, aber der härteste Marathon. Du baust eine Audience rund um KI-Themen auf — auf LinkedIn, X, YouTube, TikTok oder Substack. Du teilst, was du lernst, was du baust, was du testest. Du wirst zur Anlaufstelle für eine Nische: KI für Marketing, KI für Coding, KI für Solopreneure, KI für Steuerberater — je spitzer, desto besser.

Wie verdienst du Geld?

Sobald deine Reichweite stabil ist (typischerweise ab 10–25k engagierte Follower in einer klaren Nische), kommen Brand Deals: SaaS-Tools zahlen für Sponsored Posts, KI-Plattformen für Reviews, Bildungsanbieter für Affiliate-Promotion. Zusätzlich: bezahlte Newsletter, Community-Memberships, eigene Mini-Produkte (Templates, Notion-Setups, Prompts).

Was du brauchst:

  • Eine klare Nische und ein wiedererkennbares Format
  • Konsistenz über 6–12 Monate (nicht verhandelbar)
  • Ein Point of View — keine Zusammenfassungen, sondern Meinungen
  • Hands-on Glaubwürdigkeit: du baust und teilst, was du baust

Realität:

Die ersten 9 Monate verdienst du nichts. Danach skaliert es exponentiell — wenn die Nische trägt. Wer früh aufgibt, bekommt nichts. Wer dranbleibt, baut sich ein Asset, das in 2–3 Jahren 5-stellig monatlich tragen kann.

2. Faceless Video

Content produzieren, der auf ein physisches oder digitales Produkt hinweist.

Du zeigst dein Gesicht nicht. Stattdessen produzierst du visuell starke Kurzvideos mit KI-generierten Bildern, Voiceovers und Schnitt-Templates. Die Videos laufen auf TikTok, YouTube Shorts, Instagram Reels — und verlinken auf ein Produkt: Print-on-Demand-Merch, ein Ebook, ein digitales Asset, ein Affiliate-Produkt.

Warum das funktioniert:

Algorithmen belohnen visuelle Hooks und schnelle Cuts, nicht Personas. Mit Tools wie Midjourney, Runway, ElevenLabs und CapCut kann ein Solo-Operator 5–10 Videos pro Tag produzieren. Skalierbar, anonym, ortsunabhängig.

Die Mechanik:

  1. Nische wählen (Sci-Fi, Self-Help, Pet-Content, Sports-Stats)
  2. Wiedererkennbares Format etablieren (gleiche Stimme, gleiche Visual Language)
  3. Produkt anbinden (Shopify + Printful für Merch, Gumroad für Digital)
  4. CTR von Video → Bio → Shop optimieren

Realistische Zahlen:

Ein gut laufender Faceless-Kanal mit Merch-Anbindung macht 1.000–10.000 € im Monat — abhängig von Conversion und Margin. Die Margen sind dünn (5–15 € pro T-Shirt), aber Volumen ist machbar.

Risiko:

Plattform-Abhängigkeit. Wenn TikTok deinen Account banned, ist das Geschäft weg. Diversifikation ist Pflicht.

3. KI-Training für Business

Auf eine Firma angepasstes Training zu Automation, Tool-Stack und Hardware.

Das ist der lukrativste Einstieg, wenn du operativ bist. Firmen wissen, dass sie KI brauchen — aber niemand intern weiß, womit anfangen. Du kommst rein, machst eine Bestandsaufnahme, baust einen maßgeschneiderten Tool-Stack und trainierst das Team.

Typische Engagements:

  • Workshop-Tag (1.500–5.000 €): KI-Grundlagen, Tool-Demo, erste Use Cases
  • Mehrwöchiges Implementierungs-Projekt (10.000–50.000 €): Tool-Audit, Stack-Aufbau, Hands-on-Coaching
  • Ongoing Retainer (2.000–8.000 €/Monat): laufende Begleitung, neue Use Cases, Team-Schulung

Was du anbieten musst:

  • Ein Framework: nicht „wir nutzen ChatGPT", sondern strukturierte Tool-Auswahl je Funktion (Marketing, Vertrieb, Operations, HR)
  • Hardware-Empfehlungen (lokale Modelle, Computer vs. Cloud)
  • Datenschutz-Setup (DSGVO-konform, EU-Hosting, On-Prem-Optionen)
  • Messbare Outcomes (Stunden gespart, Output gesteigert)

Wer kauft das?

Mittelstand (50–500 Mitarbeiter), Agenturen, Kanzleien, Steuerberater, Hersteller. Sie haben Budget, aber kein internes Know-how.

Vorteil:

Du lernst durch jedes Projekt mehr — und das nächste Projekt verkauft sich schneller. Empfehlungen sind in diesem Markt Gold wert.

4. Vibe Coding

Langweiligen Routine-Workflow finden, der sich automatisieren lässt.

Vibe Coding heißt: du baust kleine, fokussierte Software-Produkte mit KI als Co-Pilot. Kein Engineering-Team, kein VC, kein 12-Monats-Roadmap. Du erkennst einen schmerzhaften Workflow, baust eine vibe-coded Lösung in 1–4 Wochen und verkaufst sie als SaaS.

Die 90-Sekunden-Regel:

Wenn der Nutzer nach 90 Sekunden auf deiner Landingpage nicht versteht, was das Produkt tut und warum es ihm hilft, hast du verloren. Klarheit schlägt Feature-Tiefe.

Die Workflow-Suche:

Gute Vibe-Coding-Produkte lösen einen wiederkehrenden, langweiligen Workflow — der heute manuell ist. Beispiele:

  • Rechnungs-Parsing aus PDFs in DATEV-Format
  • LinkedIn-Comments automatisch nach Sentiment sortieren
  • Steuerberater-Mandanten-Onboarding (Checkliste + Dokumentensammlung)
  • E-Commerce Produktbeschreibungen aus Bildern generieren

Pricing:

29–99 €/Monat funktioniert für Solopreneure und kleine Teams. 199–499 €/Monat für mittelständische Use Cases. Ziel: 50–200 zahlende Kunden in den ersten 12 Monaten.

Stack:

Next.js, Supabase, Claude API, Stripe — fertig. In 2 Wochen MVP, in 8 Wochen erstes Revenue, in 6 Monaten profitable.

Warum das jetzt funktioniert:

KI hat die Entwicklungskosten um 10× gesenkt. Ein Solo-Builder kann heute ein Produkt bauen, für das früher ein 5-Personen-Team nötig war.

5. Marketing Automations

Content-Research, Content-Erstellung, Content-Distribution.

Firmen geben monatlich 5- bis 6-stellige Beträge für Marketing aus — und der Großteil davon ist manuelle Arbeit, die KI heute besser kann. Du baust für Kunden komplette Content-Pipelines, die mit KI laufen.

Die drei Säulen:

  1. Research: Trends, Wettbewerber-Content, Keyword-Lücken, Audience-Insights — alles automatisiert via KI + Tools wie Apify, Perplexity, eigene Scraper
  2. Erstellung: Blog-Posts, LinkedIn-Threads, Newsletter, Video-Skripte, Image-Assets — orchestriert durch Claude/GPT + Brand-Voice-Guidelines
  3. Distribution: automatisches Posten auf alle Kanäle (LinkedIn, X, BlueSky, Threads, Substack, Blog) via Posting-Agents

Pricing-Modelle:

  • Setup-Fee + Monatlicher Retainer: 5.000 € Setup + 2.000–5.000 €/Monat
  • Performance-Based: % des durch Content generierten Pipeline-Werts
  • Whitelabel-SaaS: du baust das System einmal, verkaufst es als Produkt an 20+ Kunden

Was Kunden wollen:

Nicht mehr Content — sondern weniger Arbeit für gleichen oder besseren Output. Frame deinen Pitch genau so: „Wir machen euer Marketing-Team 5× produktiver, ohne neues Personal."

Realistisches Skalierungs-Szenario:

3–5 Kunden zu je 3.000 €/Monat = 9.000–15.000 € MRR. Mit 2 Operatoren skalierbar auf 30–50k MRR in 12 Monaten.

Long Game:

Die Automatisierung selbst wird zum eigenen Produkt: erst Service, dann Tool, dann SaaS.

Welcher Weg passt zu wem?

  • Du hast Reichweite oder willst sie aufbauen? → Personal Brand
  • Du bist gut in Visuals und magst Volumen? → Faceless Video
  • Du bist senior und operativ erfahren? → KI-Training für Business
  • Du kannst (vibe-)coden und liebst Produkte? → Vibe Coding
  • Du verstehst Marketing-Funnels? → Marketing Automations

Der Fehler ist, alle fünf gleichzeitig zu starten. Wähle einen, gib ihm 6–12 Monate, dann erweitere.

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Chris Eichler