Hermes darf Dateien lesen, ändern und löschen, und er kann sich selbst Skills schreiben. Installiere ihn deshalb nicht auf dem Laptop mit deinen privaten Daten. Nimm einen Rechner, auf dem nichts liegt, das du nicht verlieren willst: einen kleinen Server, einen Mac Mini im Regal oder eine virtuelle Maschine. Bei mir läuft er auf einem Mac Mini.
Unterstützt sind macOS, Linux, Windows (nativ oder über WSL2) und Android über Termux (Installation).
Auf macOS, Linux und WSL2:
curl -fsSL https://hermes-agent.nousresearch.com/install.sh | bash
Unter Windows in PowerShell:
iex (irm https://hermes-agent.nousresearch.com/install.ps1)
Danach die Shell neu laden (source ~/.zshrc oder source ~/.bashrc). Wer lieber klickt: Auf der Website gibt es einen Desktop-Installer für macOS und Windows.
Hermes ist das Gerüst, das Modell suchst du dir aus. Starte die Einrichtung mit:
hermes setup
Zur Wahl stehen Quick Setup über das Nous Portal (ein Login, Abrechnung über Nous), Full Setup mit deinen eigenen Keys und Blank Slate mit abgeschalteten Extras. Für den Anfang nehme ich Quick oder Full. Blank Slate schaltet unter anderem das Gedächtnis ab, und das willst du hier nicht.
Das Modell wechselst du jederzeit mit:
hermes model
Die Liste enthält unter anderem Nous Portal, OpenAI Codex, Anthropic und OpenRouter. Wichtig: Das Modell braucht mindestens 64.000 Tokens Kontext, kleinere werden beim Start abgelehnt. Bei lokalen Modellen stellst du das über --ctx-size 65536 (llama.cpp) oder -c 65536 (Ollama) ein (Quickstart).
Ich habe Hermes mit meinem ChatGPT-Abo verknüpft. Zum Lernen reicht ein günstiges Modell.
hermes --tui
Gib ihm etwas Überprüfbares, zum Beispiel: „Fass mir dieses Repo in fünf Punkten zusammen und sag mir, wo der Einstieg ist." Antwortet er ohne Fehler und macht nach dem ersten Zug weiter, läuft die Basis. Erst dann baust du Telegram, Jobs und Skills dazu. Mit hermes --continue setzt du die letzte Session fort und prüfst so das Gedächtnis.
Damit du Hermes von unterwegs schreiben kannst:
/newbot. Vergib Namen und Username (muss auf bot enden). Du bekommst einen Token. Behandle ihn wie ein Passwort.hermes gateway setup aus und wähle Telegram. Alternativ trägst du TELEGRAM_BOT_TOKEN und TELEGRAM_ALLOWED_USERS in ~/.hermes/.env ein.hermes gateway und schreib dem Bot eine Nachricht./sethome in dem Chat, in dem du die Ergebnisse deiner Jobs haben willst.Setze TELEGRAM_ALLOWED_USERS immer. Ohne diese Liste lehnt das Gateway alle ab, und das ist gut so, weil dein Bot Zugriff auf einen Rechner hat. Damit das Gateway nach einem Neustart weiterläuft, hilft hermes gateway install (Telegram-Setup, Gateway).
Eine Einschränkung, die in der Doku nicht steht: Telegram-Bot-Chats sind keine Ende-zu-Ende-verschlüsselten Chats. Schick dem Bot keine Passwörter oder Daten, die du nicht bei Telegram liegen haben willst.
Du beschreibst ihn in normalen Worten, zum Beispiel direkt im Chat: „Jeden Morgen um 9 Uhr suchst du die wichtigsten KI-News und schickst mir eine Zusammenfassung auf Telegram." Über die Kommandozeile geht es so:
hermes cron create "every 1d" "Fasse die wichtigsten KI-News zusammen" --paused --paused-reason "erst prüfen"
Lege den Job pausiert an, lass ihn einmal mit hermes cron run <name> laufen, lies das Ergebnis und aktiviere ihn dann mit hermes cron resume <name>. Ergebnisse gehen mit --deliver telegram in deinen Home-Chat. Alle Zeitformate und Ziele stehen in der Cron-Doku.
Hermes verbraucht viele Tokens, weil er Kontext, Gedächtnis und Tools mitschleppt. Verglichen mit einem Assistenten, den du einstellst, ist es trotzdem ein Bruchteil. Das gilt, solange du ein Modell benutzt. Ein Creator hat an einem einzigen Tag rund 130 Dollar verbrannt, weil er mehrere große Modelle parallel laufen ließ (Metics Media, YouTube). Mein Rat: Starte mit einem Modell, schau eine Woche auf die Kosten und baue erst dann Multi-Modell-Setups.
Hier ist Hermes noch nicht so weit wie ChatGPT oder Claude. Viele Connectoren sind dort ausgereifter. Meine Erfahrung: Läuft Hermes mit einem Modell, an dem die Connectoren schon hängen, funktioniert es sehr gut. Die Google-Anbindung kostet mich dagegen Nerven.
Was die Doku an Anbindungen nennt:
Welche davon für dich die besten sind, hängt an deinem Alltag. Fang mit einem an: Messenger und Websuche reichen für den Start.
Wenn du OpenClaw schon nutzt, hat Hermes einen eigenen Migrationsbefehl:
hermes claw migrate --dry-run
Der Dry-Run zeigt nur die Vorschau, ohne etwas zu ändern. Das Tool liest ~/.openclaw, übernimmt unter anderem Gedächtnis, SOUL.md und Skills und verändert die OpenClaw-Dateien nicht. Mach trotzdem vorher eine Sicherung, und prüfe Skills mit komplexer Logik nach dem Import von Hand. Die genauen Flags unterscheiden sich je nach Version: hermes claw migrate --help zeigt, was deine Installation kann (Migrations-Skill).
TELEGRAM_ALLOWED_USERS setzen. Dann antwortet der Bot niemandem, oder du öffnest ihn für alle.Kein Spam, jederzeit abbestellbar
