Chris EichlerAI-first Product
& Marketing

Motion Graphics mit Claude


Warum Code und kein KI-Video-Modell

Bei Video-Modellen wie Kling oder Veo würfelst du. Gefällt dir eine Szene nicht, generierst du neu, zahlst neu und hoffst, dass der Rest gleich bleibt.

HyperFrames geht einen anderen Weg. Claude schreibt HTML mit Animationen, ein Headless-Browser spielt die Seite ab, nimmt sie Bild für Bild auf, und FFmpeg macht daraus ein MP4. Weil jedes Bild aus Code entsteht, sagst du „Schrift größer, Balken grün", und genau das ändert sich. Das kostet ein paar Tokens, keinen neuen Generierungslauf.

HyperFrames ist Open Source, kommt von HeyGen und liegt unter Apache-2.0-Lizenz auf GitHub.

Schritt 1: Voraussetzungen prüfen

Du brauchst drei Dinge:

  • Claude Code mit Pro- oder Max-Abo, im Terminal oder in der Desktop-App
  • Node.js 22 oder neuer. Prüfen mit node -v
  • FFmpeg. Prüfen mit ffmpeg -version, auf dem Mac installieren mit brew install ffmpeg

Fehlt etwas, kannst du Claude Code auch einfach sagen: „Prüf, ob Node 22 und FFmpeg installiert sind, und installier, was fehlt." Bei der Installation fragt er dich vorher.

Schritt 2: HyperFrames installieren

Im Terminal:

npx skills add heygen-com/hyperframes

Damit bekommt Claude Code die HyperFrames-Skills: wie eine Komposition aufgebaut ist, wie Timing und Animation funktionieren, wie gerendert wird. Alternativ gibst du Claude die GitHub-URL und schreibst „Richte HyperFrames für mich ein".

Danach Claude Code einmal neu starten, damit die Skills geladen sind.

Schritt 3: Dein erstes Video beschreiben

Leg einen leeren Projektordner an und öffne Claude Code darin. Dann beschreibst du, was das Video bewirken soll. Kein Schritt-für-Schritt-Rezept mit Sekunden und Effekten, sondern Ziel, Zielgruppe und Look. Den Rest plant Claude selbst.

Ein Prompt, mit dem du starten kannst:

Bau mir mit HyperFrames ein 15-Sekunden-Video im Hochformat (1080x1920).

Ziel: Erklär in drei Schritten, wie mein Newsletter funktioniert:
1. Du meldest dich an, 2. jeden Freitag kommt ein Workflow,
3. du baust ihn in 10 Minuten nach.

Zielgruppe: Marketer und Gründer, nicht technisch.
Look: dunkler Hintergrund, eine Akzentfarbe (Orange), große klare Schrift,
ruhige Bewegungen, keine wilden Übergänge.
Text auf Deutsch, maximal 6 Wörter pro Einblendung.

Prüf das Ergebnis selbst, bevor du es mir zeigst.

Der letzte Satz ist wichtig. Claude kann Frames als Bilder ansehen und Fehler wie abgeschnittenen Text selbst finden, bevor du sie siehst.

Schritt 4: Ansehen und per Satz ändern

Für die Vorschau:

npx hyperframes preview

Das öffnet ein Studio im Browser, in dem du das Video abspielst und durchspulst. Jetzt kommt der eigentliche Vorteil. Statt neu zu generieren, sagst du Claude, was sich ändern soll:

  • „Szene 2 ist zu schnell, gib ihr eine Sekunde mehr."
  • „Die Schrift in der letzten Szene größer, sie ist auf dem Handy nicht lesbar."
  • „Tausch Orange gegen mein Grün #2BB673."

Claude ändert genau diese Stelle im Code, der Rest bleibt, wie er war.

Schritt 5: Rendern

Wenn es passt:

npx hyperframes render

Raus kommt ein MP4, das du direkt hochladen kannst. Vorher lohnt sich npx hyperframes check, das prüft die Komposition auf typische Fehler wie fehlende Dateien oder zu wenig Kontrast.

Wie ich es nutze: eine eigene Bibliothek

Ich lass Claude nicht jedes Mal frei animieren. Für meine Reels hab ich mir eine kleine Bibliothek gebaut: vereinfachte Oberflächen (Chat, Liste, Postfach), Terminal und Git-Repos und Schaugrafiken (Ablauf, Vergleich, Zahl). Claude wählt pro Satz im Reel das passende Modul und füllt nur noch die Inhalte ein.

Das hat zwei Vorteile. Jedes Insert sieht aus, als käme es aus demselben Haus, und die Ergebnisse sind berechenbar, weil Claude nicht jedes Mal das Rad neu erfindet. Wenn du regelmäßig Videos machst, ist das der nächste Schritt nach dem ersten Video: Lass Claude aus deinen besten Ergebnissen einen eigenen Skill bauen.

Typische Fehler

  • Zu viel Rezept im Prompt. Wer Sekunde für Sekunde vorgibt, bekommt genau das und nicht mehr. Beschreib Gefühl und Ziel, nicht die Keyframes.
  • KI-Musik und KI-Soundeffekte. Die klingen noch künstlich. Nimm lizenzfreie Musik, zum Beispiel von Pixabay, und gib Claude die Datei.
  • Den ersten Entwurf für fertig halten. Der passt selten. Plan zwei bis drei Änderungsrunden ein.
  • Abo-Kontingent unterschätzen. Längere Videos brauchen Zeit: In den Tests von Julian Ivanov dauerte ein geschnittener Short aus einer Rohaufnahme 15 bis 20 Minuten, ein Werbespot rund 40 Minuten, ein einminütiges Erklärvideo etwa eine Stunde (YouTube, 01.10.2026). Das zieht spürbar an deinem Kontingent.

Next Steps

  • Rohaufnahme schneiden lassen: Leg ein Talking-Head-Video in den Ordner und lass Claude Versprecher und Pausen rausschneiden, Untertitel setzen und Grafiken einbauen. Nate Herk zeigt den Ablauf ausführlich (YouTube, 25.09.2026).
  • Stimme dazu: Mit einem ElevenLabs-Key bekommst du Voiceover und Transkription. Lokal und kostenlos geht die Transkription auch mit Whisper.
  • Eigener Skill: Nach drei, vier Videos, die dir gefallen, lass Claude daraus einen Skill bauen. Ab dann fängst du nicht mehr bei null an.

Quellen:

Als nächstesBelege per MCP

Inspiration zu KI-first Product Management & Marketing, direkt in dein Postfach.

Kein Spam, jederzeit abbestellbar

Chris Eichler